Akne behandeln mit Mönchspfeffer

Mönchspfeffer gilt bereits seit alters her als Heilpflanze, schon die Nonnen und Mönche im Mittelalter wussten um die Wirkung der, wie er auch heißt, Keuschlammpflanze. Heute allerdings sind deutlich mehr Anwendungsbereiche als nur die Regulation des Hormonhaushaltes und der Libido bekannt.

Mönchspfeffer: Welche Stoffe wirken?

Beim Mönchspfeffer (lat. Vitex Agnus Castus) sind es vor allem die Samen, die von Interesse sind. Sie enthalten Iridoid-Glukoside, Flavonoide, Ölsäure, Linolsäure, bizyklische Diterpene, Triglyceride und vor allem ätherische Öle. Auch wenn für einen Laien kaum von Interesse ist, wie die Stoffe im Einzelnen heißen, die den Mönchspfeffer zu einer der wertvollsten Heilpflanzen werden lassen – die Mischung macht’s und diese wirkt nachweislich. Diverse Studien konnten bereits die Wirksamkeit des Mönchspfeffers belegen, wobei vor allem das Prolaktin (für die Milchbildung verantwortlich) sowie Dopamin gedämmt werden.

Die Wirkstoffmischung in Agnus Castus wirkt auf die Hypophyse, die für den Hormonhaushalt des Körpers zuständig ist. Es gibt sogar Experten, die der Meinung sind, dass die Stoffe des Mönchspfeffers die Rezeptoren im Gehirn besetzen, die eigentlich nur für Opiate frei sind.

Besonders hilfreich hat sich der Samen der Keuschlammpflanze bei der Behandlung von Akne erwiesen, wobei auch hier in den Hormonhaushalt eingegriffen wird. Der Unterschied zur Einnahme von Medikamenten besteht aber darin, dass das körpereigene System reguliert wird – es werden keine Hormone zusätzlich in den Körper gebracht. Akne kann damit besonders effektiv behandelt werden und so ergab eine Studie, bei der die Mitglieder des National Institute of Medical Herbalists befragt wurden, dass die Therapie mit Mönchspfeffer sehr effektiv ist. Diese Studie stammt aus den Jahren 1997 und 1998 und erschien im European Journal of Herbal Medicine (Quelle: https://vitalinstitut.net/moenchspfeffer/).

Besonders hilfreich hat sich der Mönchspfeffer bei der Behandlung von Akne erwiesen. (#01)

Besonders hilfreich hat sich der Mönchspfeffer bei der Behandlung von Akne erwiesen. (#01)

Wie entsteht Akne?

Die meisten Menschen wissen, wie Akne entsteht: Durch eine übermäßige Talgproduktion verstopfen die Talgdrüsen und entzünden sich: Ein Pickel entsteht. Kommen Bakterien ins Spiel, breitet sich die Entzündung aus und die Akne blüht auf. Allerdings können auch andere Ursachen hinzukommen, wie etwa eine falsche Ernährung, Stress oder eine genetische Disposition zu unreiner Haut. Dazu kommt ein hormonelles Ungleichgewicht, welches sich ebenfalls sehr ungünstig auf das Hautbild auswirken kann. Und genau das ist deutlich weniger Menschen bekannt: Spielen die Hormone verrückt, zeigt sich das auf der Haut!

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass häufig die Pille bei Frauen gegen Akne eingesetzt wird. Diese bewirkt eine Regulation des Hormonspiegels und somit wird das Hautbild verbessert. Gerade Frauen kennen das Problem oft sogar bis zum Zeitpunkt der Wechseljahre: In der zweiten Zyklushälfte fängt die Haut an „zu blühen“, das heißt, sie wird unrein und die Pickel sprießen. In dieser Phase zeigt sich oft auch das prämenstruelle Syndrom, das mit Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen einhergeht.

Weitere Ursachen für das Entstehen von Akne liegen in einer möglichen Unterfunktion der Schilddrüse, auch verschiedene Medikamente können den Hormonhaushalt beeinflussen. Die Abklärung derartiger Ursachen und eine eventuelle Behandlungsmöglichkeit müssen allerdings in den Händen von Ärzten liegen.

Mönchspfeffer reguliert den Hormonhaushalt

Die Hypophyse ist der Ort im menschlichen Körper, in dem die Regulation der Hormone stattfindet. Die Wirkstoffe des Mönchspfeffers greifen nun direkt an der Hirnanhangsdrüse und wirken auf die Ausschüttung der Hormone ein. Genauer gesagt greift der Mönchspfeffer an den Dopamin-Rezeptoren, die wiederum für die Steuerung des Prolaktin-Haushaltes wichtig sind. Mönchspfeffer reguliert die Ausschüttung des Prolaktins. Damit wird direkt Einfluss auf weitere Regelungen im Körper genommen, denn Prolaktin ist für den Eisprung sowie die Menstruation zuständig. Herrscht im Körper ein Überschuss an Prolaktin, kann das umfassende Beschwerden herrufen – die gar nicht so selten sind! So reift keine Eizelle und auch das Gelbkörperhormon wird nicht gebildet. Die Folge: Die Frau wird nicht schwanger. Außerdem treten die männlichen Hormone in den Vordergrund, wodurch die Talgdrüsen angeregt werden, aktiver zu sein. Das Risiko für Akne steigt.

Hier setzt der Mönchspfeffer an, der den Hormonhaushalt regulieren kann und daher gezielt gegen Probleme mit unreiner Haut eingesetzt wird. Wichtig ist aber, dass vor dem Beginn der Behandlung ein Hormonstatus erstellt wird, um abzuklären, ob die Akne tatsächlich von einem hormonellen Ungleichgewicht ausgelöst wird oder ob andere Ursachen zugrunde liegen.

Mönchspfeffer kann den Hormonhaushalt regulieren und wird deswegen gezielt gegen Probleme mit unreiner Haut eingesetzt. (#02)

Mönchspfeffer kann den Hormonhaushalt regulieren und wird deswegen gezielt gegen Probleme mit unreiner Haut eingesetzt. (#02)

Sind Nebenwirkungen möglich?

Mönchspfeffer ist als Heilpflanze schon seit Jahrhunderten im Einsatz und es sind kaum schwerwiegende Nebenwirkungen bekannt. Möglich ist aber das Auftreten von:

  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Hautausschlägen
  • Quaddeln
  • Gewichtszunahme
  • Juckreiz
  • Spannen in der Brust

Wichtig: Wer Neuroleptika einnehmen muss oder Medikamente gegen Bauchschmerzen und Übelkeit und gleichzeitig Mönchspfeffer-Präparate einnimmt, läuft Gefahr, dass sich die Wirkung der Mittel abschwächt. Alle sprechen die Dopamin-Rezeptoren an, die quasi überlastet werden.

Wer Beschwerden nach der Einnahme von Mönchspfeffer feststellt, sollte das Mittel sofort absetzen. Außerdem gilt, dass bei vorliegenden Erkrankungen die Absprache mit dem Arzt über Sinn oder Unsinn der Einnahme von immenser Wichtigkeit ist. Das gilt auch, wenn weitere naturheilkundliche Mittel eingenommen werden sollen und nicht klar ist, ob der Mönchspfeffer dann überhaupt noch Wirkung zeigen kann oder ob seine Wirkung über die Maßen verstärkt wird.

Bei vorliegenden Erkrankungen ist die Absprache mit dem Arzt über Sinn oder Unsinn der Einnahme von immenser Wichtigkeit. (#03)

Bei vorliegenden Erkrankungen ist die Absprache mit dem Arzt über Sinn oder Unsinn der Einnahme von immenser Wichtigkeit. (#03)

Wie lässt sich Akne noch behandeln?

Nicht nur mit Mönchspfeffer kann Akne behandelt werden, auch weitere Behandlungsmöglichkeiten sind denkbar. Zuerst geht es um die Umstellung der Ernährung – viel frisches Obst und Gemüse, wenig Fett und allgemein eine gesunde Ernährung helfen der Haut, sich zu regenerieren. Wichtig zu wissen: Über die Haut werden immer auch Schadstoffe aus dem Körper transportiert. Das heißt, dass sie deutlich entlastet werden kann, wenn der Mensch weniger schädliche Stoffe in den Körper lässt. Gerade die Schadstoffe aus Lebensmitteln, durch Alkohol oder Nikotin verlassen den Körper durch die Haut (zumindest in großen Teilen), was diese durchaus übel nehmen kann!

Neben der Umstellung der Ernährung helfen viel Bewegung an frischer Luft und die Gabe leichter Antibiotika, das Hautbild zu verbessern. Empfehlenswert sind auch leichte Sonnenbäder, wobei Sie tunlichst darauf achten sollten, keinen Sonnenbrand zu bekommen. Die UV-Strahlung hilft der Haut bei der Abheilung der durch die Akne entzündeten Stellen, daher kann auch teilweise künstliches UV-Licht zum Einsatz kommen.

Verschiedene Arten von Akne und Pickeln. (#04)

Verschiedene Arten von Akne und Pickeln. (#04)

Der Hautarzt wird überdies auf die Anwendung von Vitamin-A-Säure sowie auf geeignete Kosmetika setzen. Letztere dürfen kein Parfüm enthalten und dürfen die Haut nicht „zuschmieren“. Eine leichte Pflegecreme, die Feuchtigkeit in die Haut bringt, jedoch auf reizende Inhaltsstoffe verzichtet, ist eine ideale Wahl. Achten sie bei der Auswahl der Pflegemittel auf den Hinweis „nicht komedogen“. Das bedeutet, dass das Mittel keine Mitesser verursacht.

Diese Behandlungsmittel wirken allerdings nur auf die Symptome, lindern diese oder bringen sie zur Ausheilung. Mönchspfeffer hingegen setzt an der Basis an und wirkt gegen die Ursachen der Akne. Wichtig dafür ist aber die passende Dosierung, weshalb ein Besuch beim Homöopathen oder Heilpraktiker empfehlenswert ist.

Wo wird Mönchspfeffer noch eingesetzt?

Mönchspfeffer wird unter anderem bei nicht erfülltem Kinderwunsch eingesetzt. Wünschen sich Paare ein Kind und ist der Zyklus der Frau sehr unregelmäßig oder leidet der Mann unter Potenzproblemen, kann Mönchspfeffer eingesetzt werden. Dabei gilt die Keuschlammpflanze als sanfte Alternative zu den Hormonpräparaten, die der Arzt in einem solchen Fall verschreiben wird. Mönchspfeffer harmonisiert den Zyklus und gleicht den Hormonspiegel an. Ein ausgeglichener und regelmäßiger Zyklus hat überdies den Vorteil, berechenbarer zu sein – wer schwanger werden möchte, lebt häufig nach dem Kalender. Mit einem regelmäßigen Zyklus besteht eine deutlich größerer Chance, das Liebesleben auf den Eisprung passend auszurichten. Des Weiteren wird Mönchspfeffer eingesetzt bei:

  • PMS
  • Beschwerden während der Menstruation
  • Mastodynie (Brustschmerzen)
  • Beschwerden in den Wechseljahren
  • Verlust der Libido bei Frauen
  • Ungenügender Milchbildung
  • Nervosität
  • Traurigkeit und Stimmungsschwankungen
  • Rosazea
  • Erektile Dysfunktion

Der Einsatz bei Rosazea ist naheliegend, handelt es sich doch um eine der Akne ähnliche Erkrankung der Haut. Die Ursache dafür ist allerdings bislang nicht geklärt. Die Haut juckt und spannt, sie ist gerötet und kann Pusteln und Papeln aufweisen. Vor allem die Nase, die Augen, die Stirn und das Kinn sind davon betroffen.

Selbst in der Veterinärmedizin wird Mönchspfeffer eingesetzt – Hunde und Pferde werden damit bevorzugt behandelt. Bei Pferden etwa bewirkt Mönchspfeffer ein weniger hengstiges Verhalten bei männlichen Tieren, Stuten werden behandelt, wenn sie dauern rossen (ständig paarungsbereit sind) oder nicht tragend werden. Auch Hunde werden weniger aggressiv, wenn sie mit Mönchspfeffer behandelt werden – auch hier macht man sich die Wirkung des Keuschlammsamens zunutze, der auf den Hormonhaushalt im Körper wirkt und diesen reguliert.

Mönchspfeffer findet noch bei sehr vielen anderen Problemen Verwendung. (#05)

Mönchspfeffer findet noch bei sehr vielen anderen Problemen Verwendung. (#05)

Wie sollte Mönchspfeffer angewendet werden?

Inzwischen gibt es Mönchspfeffer in allen möglichen Varianten auf dem Markt. Ob als Tabletten oder Kapseln, als Tee oder homöopathische Kügelchen, als Tropfen oder Tinktur – Mönchspfeffer liegt in jedweder Form vor. Erfahrene Homöopathen werden die richtige Potenzierung verordnen, denn von ihr hängt die Wirksamkeit des Mittels entscheidend ab. Geht es aber um die Behandlung von Akne, sollte das Mittel direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden und das ist in erster Linie mit einer Salbe möglich. Diese wird dünn auf der entzündeten Haut verstrichen, wobei die Anwendung auch dann erfolgen sollte, wenn die Beschwerden fast abgeklungen sind. Wird die Salbe zu zeitig nicht mehr angewendet, kann die Akne wieder aufleben.

Nur selten tritt der Fall ein, dass die Salbe mit einem Extrakt aus Mönchspfeffer nicht die richtige Wahl war. Dann reagiert die Haut mit Unverträglichkeitssymptomen, rötet sich, juckt und brennt. Setzen Sie das Mittel dann sofort wieder ab und lassen Sie der Haut etwas Ruhe. Bitte kein anderes Mittel anwenden! Die Haut braucht einige Zeit, um sich zu erholen und die Wirkstoffe der Mönchspfeffer-Salbe wieder nach außen zu transportieren.


Bildnachweis
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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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