Naturkosmetik Test: Öko Make-up Vorurteile hinterfragt

Wer sich auf Naturkosmetik einlässt, tut sich selbst, seiner Haut und letzten Endes auch der Umwelt etwas Gutes. Dabei sind die Kosmetika mit dem Siegel „Bio“ nachweislich wirksam und deutlich besser verträglich als die konventionellen Produkte was ein Test bestätigt.

Naturkosmetik im Test: „Bio“ und „Öko“,  Produkte für Veganer?

Der Trend zu „Bio“ und „Öko“ ist ungebrochen, auch wenn Kritiker der dahinterstehenden Einstellung durchaus skeptisch gegenüberstehen. Bio sei längst nicht so gut für die Gesundheit und die Umwelt, wie immer angenommen wird. Wirklich beweisen lässt sich das aber nicht.

Nur allzu oft steht hinter solchen Aussagen ein konventioneller Hersteller von Produkten, der sein Portfolio angesichts der wachsenden „gesunden“ Konkurrenz bereit schrumpfen sieht.

Fakt ist, dass viele Produkte, die naturbelassen,  frei von Gentechnik und nicht mit chemischen bzw. schädlichen Stoffen behandelt worden sind, gesünder sind und sogar besser schmecken.

Auch für die Naturkosmetik gilt, dass diese deutlich besser verträglich ist und verschiedene Produkte von Allergikern angewendet werden können, obwohl diese das konventionelle Pendant rein gar nicht vertragen.

Natürlich muss niemand Veganer oder Vegetarier sein, um Naturkosmetik anwenden zu dürfen. Doch für diese Personengruppen ist es eine Sache der Selbstverständlichkeit, wirklich alle Lebensbereiche auf Natur und Umwelt sowie auf den Tierschutz abzustimmen.

Für allen anderen gilt, dass ein Griff in das Regal mit der Naturkosmetik durchaus sinnvoll sein kann und der Gesundheit guttut. Auch die Menschen, die auf herkömmliche Kosmetika mit Allergien oder Ekzemen reagieren, sollten die Öko-Kosmetik als Alternative probieren.

Denn das Vorurteil, dass die natürlichen Auszüge aus Pflanzen sowie die ätherischen Öle mehr Allergien hervorrufen würden als die chemisch hergestellte Variante, ist in keinem Test haltbar.

Naturkosmetik Test: Ein Griff in das Regal mit der Naturkosmetik kann durchaus sinnvoll sein und der Gesundheit guttun. (#01)

Naturkosmetik Test: Ein Griff in das Regal mit der Naturkosmetik kann durchaus sinnvoll sein und der Gesundheit guttun. (#01)

Vorurteil 1: Im Test Naturkosmetik ist nicht wirksam genug

Wenn Wirksamkeit bedeutet, dass die Haut auf die Anwendung der Naturkosmetik mit roten Flecken oder Ekzemen reagiert, dann kann diesem Vorurteil natürlich zugestimmt werden. Viele Menschen reagieren auf herkömmliche Kosmetikprodukte lange Zeit gar nicht.

Irgendwann ist die Haut aber überreizt bzw. regelrecht mit schädlichen und irritierenden Stoffen angereichert. Sie fängt an, sich zu wehren, was sie über Juckreiz und Rötung versucht.

Wer nun darauf reagiert, einfach eine Cortison-Salbe aufzutragen, wird sicherlich einen Erfolg sehen. Doch sobald die ursprüngliche Creme wiederverwendet wird, zeigt sich das fleckige, teils schuppende und juckende Hautbild wieder.

Wer jetzt aber auf Naturkosmetik umstellt, wird in der Regel mit einer strahlenden Haut belohnt. Denn, schon so mancher Test konnte beweisen, dass die chemischen Zusätze, Konservierungsstoffe, Parfüme und Silikone Auslöser der Allergien waren.

Naturkosmetik muss zudem bezüglich der Wirksamkeit keinen Test scheuen. Nehmen wir als Beispiel die Anti-Age-Pflege: Auch die Naturkosmetik kennt wirksame Mittel wie Granatapfel oder Rosengeranie, diese lassen die Haut viel Feuchtigkeit speichern.

Auch das Wundermittel Hyaluronsäure kann auf biotechnologischem Wege hergestellt werden und lässt die Haut im Nu praller erscheinen. Diese Mittel kommen ohne schädliche und chemisch hergestellte Zusätze aus, und sind laut Test ebenso wirksam.

Video: Jahresfavoriten – Best of Naturkosmetik Pflege 2017

Vorurteil 2:  Im Test Naturkosmetik pflegt nur unzureichend

Im Gegenteil: Es sind die oft hochkonzentrierten Wirkstoffe, die im Test Naturkosmetik als besonders pflegend und reichhaltig erscheinen lassen. Die ausgewählten Öle, die ohne schädliche Inhaltsstoffe daherkommen, dringen tief in die Haut ein und nähren sie.

Hier gilt, dass weniger meistens mehr ist. Wer Naturkosmetik verwendet, braucht davon meist deutlich weniger. Dies relativiert die vergleichsweise hohen Preise, denn wer weniger verbraucht, kommt mit der Dose oder Tube deutlich länger aus.

Gerade empfindliche Haut reagiert auf Umweltreize äußerst sensibel. Rötungen, Juckreiz und Pusteln zeigen sich, wenn die Haut zu trocken ist. Ihrer Gesundheit tut es gut, wenn die hochkonzentrierten Inhaltsstoffe natürlicher Kosmetik aufgetragen werden und einwirken können.

Dank der fehlenden Silikone ist es natürlichen Cremes und Lotionen auch möglich, bis in die tiefen Hautschichten vorzudringen, außerdem ziehen die Pflegemittel vollständig ein.

Anders bei herkömmlichen und mit Silikonen angereicherten Pflegeprodukten, denn diese hinterlassen oft einen Film auf der Haut, der die Poren verschließt und nicht mehr atmen lässt.

Vorurteil 3: In natürlicher Kosmetik ist zu viel drin, der Test klärt auf

Das Vorurteil, dass in Naturkosmetik nur die Auszüge aus Pflanzen enthalten seien, hält sich hartnäckig. Wohl auch deshalb, weil sich kaum jemand die Mühe macht herausfinden was denn wirklich enthalten ist.

Die Liste der Inhaltsstoffe ist lang, weil auch bei natürlichen Produkten beispielsweise Alkohol enthalten ist, um die Wirkstoffe aus den Pflanzen zu ziehen. Weil teilweise natürliche Parfüme zugesetzt werden und weil ökologische Bindemittel Cremes und Lotionen daran hintern sollen, in der Tube oder im Töpfchen fest zu werden.

Die Länge der Inhaltsstoffe-Liste unterscheidet sich kaum von den Kosmetika, die auf konventionelle Weise hergestellt werden. Doch die einzelnen Punkte sind sehr verschieden!

Leider macht sich kaum jemand die Mühe und findet die Unterschiede heraus. Was sicherlich auch daran liegen mag, dass kaum jemand die oftmals englischsprachigen Fachbegriffe kennt.

Naturkosmetik Test: Die Liste der Inhaltsstoffe ist lang, weil auch bei natürlichen Produkten beispielsweise Alkohol enthalten ist, um die Wirkstoffe aus den Pflanzen zu ziehen. (#02)

Naturkosmetik Test: Die Liste der Inhaltsstoffe ist lang, weil auch bei natürlichen Produkten beispielsweise Alkohol enthalten ist, um die Wirkstoffe aus den Pflanzen zu ziehen. (#02)

Vorurteil 4: Der Haut ist es egal, was aufgetragen wird

Wenn man bedenkt, dass die Haut das größte Organ ist und bis zu 60 Prozent aller Stoffe, die in den Körper gelangen, absorbiert werden, dürfte niemandem mehr egal sein was aufgetragen wird.

Die Haut unterscheidet nicht, ob schädlich oder nicht schädlich. Sie sorgt dafür, dass Stoffe abgebaut und abtransportiert werden. Damit übernimmt sie praktisch die Funktion eines Filters und kümmert sich um den Abbau der Gifte, die in den Körper gelangt sind.

Naturprodukte sorgen nicht auch noch dafür, dass weitere Giftstoffe in den Körper kommen. Interessant ist, viele der Stoffe, die in herkömmlichen Make-up-Produkten und Kosmetika enthalten sind, wirken auf den Hormonhaushalt des Menschen.

Die Hormone werden in ihrer Ausschüttung gehemmt oder angeregt, was natürlich das Gleichgewicht im Körper durcheinanderbringt. Auch wenn es sich um ein minimales Ungleichgewicht handelt, auf lange Sicht gesehen hat auch dieses große Auswirkungen auf die Gesundheit.

Teilweise wird den Sulfaten, Silikonen, Parabenen und Mineralölen sogar eine krebsfördernde oder krebserregende Eigenschaft nachgesagt und das soll gut sein?

Diese Gewissheit, die übrigens nicht von einem „Öko-Terroristen“, sondern aus verschiedenen Kosmetik-Tests stammt, sorgt dafür, dass sich mehr Menschen darüber Gedanken machen was in ihrer täglichen Pflege enthalten ist.

Erstaunlich auch ein Ergebnis: Eine durchschnittliche Person benutzt täglich rund zehn verschiedene Kosmetikprodukte, wobei Cremes und Reinigungsmittel, Shampoo und Spülung, Make-up und Körperlotionen inbegriffen sein können.

Damit schleust diese Person aber rund 130 Chemikalien in ihren Körper, der diese über das Blut in jede Zelle verteilt. Wer nun also seine Gesundheit gesichert wissen will, sollte über einen derartigen Test bzw. über das Ergebnis des Tests nachdenken und die logische Schlussfolgerung ziehen, dass eine Umstellung auf Naturkosmetik nur logisch und richtig sein kann.

Naturkosmetik Test: Naturprodukte sorgen nicht auch noch dafür, dass weitere Giftstoffe in den Körper kommen. (#03)

Naturkosmetik Test: Naturprodukte sorgen nicht auch noch dafür, dass weitere Giftstoffe in den Körper kommen. (#03)

Vorurteil 5: Naturkosmetik kennt keine Auswahl

Wer sich damit beschäftigt, wird erkennen, wie umfangreich die Auswahl an naturkosmetischen Produkten ist. Viele tolle Marken warten auf ihren Einsatz, darunter sind einige altbekannte, die übrigens jeden Test von Ökotest und anderen Testorganisationen meistern.

Hinzu kommen immer wieder neue Marken und Linien bereits bekannter Hersteller, die mehr und mehr auf natürliche Inhaltsstoffe umstellen. Der Markt hat mittlerweile erkannt, wie groß die Nachfrage an derartigen Produkten ist und so springen die Hersteller gern auf den Bio-Zug auf.

Produkte für Damen und Herren, für Kinder, für allergische und neurodermitische Haut, für die reife Haut, gegen Akne und weitere Problemfälle sind auf dem Markt erhältlich.

Sollte sich dabei herausstellen, dass ein Produkt ungeeignet ist oder ergibt der Test zu Hause, dass doch wider Erwarten eine Unverträglichkeitserscheinung auftritt, so stehen aus der Reihe der Naturkosmetika viele weitere Produktangebote zur Verfügung.

Sie wurden für das gleiche Hautproblem geschaffen,  weisen jedoch andere Inhaltsstoffe auf.Über mangelnde Abwechslung und ein zu geringes Angebot können Anhänger der Naturkosmetika wirklich nicht klagen!

Video: Naturkosmetik Favoriten – Pflegeprodukte

Vorurteil 6: Natürliche Kosmetika lösen jedes Hautproblem

Dass das nicht richtig sein kann, wird bei näherer Betrachtung schnell klar. Denn Hautprobleme rühren nicht immer von der „falschen“ Kosmetik, sie können vielfältige Gründe haben.

Während es bei den einen Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln sind, reagiert die Haut bei anderen auf psychischen Stress, auf eine ungesunde Lebensweise oder auf ein Ungleichgewicht im Körper.

Spielen die Hormone verrückt, folgt meist auch die Haut: Schwangere, Jugendliche in der Pubertät und Frauen in den Wechseljahren können in Lied davon singen. Die Haut ist Ausdruck der Seele, diesen Ausspruch kennen die meisten Menschen.

Und er ist richtig! Wer sich nicht wohlfühlt, zeigt das meist anderen Menschen über die Haut, die mit Pickeln, Pusteln und Unreinheiten reagiert. Auch ein geschwächtes Immunsystem oder eine falsche Ernährung mit zu wenigen Vitaminen zeigt sich im Hautbild.

Wer dann annimmt, natürliche Kosmetika wären gut und das Mittel der Wahl, der irrt gewaltig. Hier gilt es, zuerst die Ursache der Hautprobleme zu finden und begleitend auf natürliche Produkte umzustellen. So wird sichergestellt, dass die Haut nicht noch mehr gestresst wird und zumindest der Faktor „Giftstoffe“ zum gewissen Teil entfällt.

Vorurteil 7: Ökoprodukte lassen die Haut im Test nicht weich werden

Es ist eine Frage der Ausdauer bzw. der Anzahl der Probedurchläufe: Bei den ersten Anwendungen ist die Haut nach dem Cremen mit Naturkosmetika tatsächlich weniger weich. Der Grund: Diese Pflegeprodukte kommen ohne Silikone aus, die sonst dafür sorgen, dass die Haut weicher wird.

Doch wer die Pflegecremes mehrfach anwendet und sich Zeit für den Test nimmt, wird rasch spüren, dass sich die Haut angenehm weich und gepflegt anfühlt. Sie braucht nur etwas länger, um sich auf die neue Pflege umzustellen.

Naturkosmetik Test: Bei den ersten Anwendungen ist die Haut nach dem Cremen mit Naturkosmetika tatsächlich weniger weich. (#04)

Naturkosmetik Test: Bei den ersten Anwendungen ist die Haut nach dem Cremen mit Naturkosmetika tatsächlich weniger weich. (#04)

Vorurteil 8: Wasserfeste Mascara gibt es nicht

Hier müssen wir ausnahmsweise gestehen, dass dieses Vorurteil richtig ist. Der Grund dafür ist, dass hier so viele Lacke eingemischt werden müssten, dass die Wimpern später kaum noch von der Farbe zu befreien wären.

Wer darauf aber verzichten kann, findet bei den natürlichen Produkten wunderbare Wimperntuschen, die für Fülle und Volumen sorgen, die die Wimpern gleichzeitig pflegen und nicht brechen lassen. Der Test lohnt sich!

Diese Bio-Make-up-Produkte lassen sich ebenso angenehm auftragen, die Wimpern können gut getrennt werden und der Augenaufschlag wird atemberaubend schön. Nur für den Gang ins Schwimmbad sind diese Mascaras weniger geeignet.


Bildnachweis:© Shutterstock – Titelbild: Y Photo Studio – #01: Expensive – #02: paulynn – #03: ElevenStudio – #04: Syda Productions

Über Iris Martin

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

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